Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Erweiterung von Satelline Datenfunknetzen / Austausch von Funkmodems
Der Fall Kläranlage Kulmbach ist symptomatisch für das Problemumfeld "Erweiterung von Satelline Datenfunknetzen"
Hier sollte ein bestehendes 2ASxE Netz um insgesamt 9 Stationen erweitert werden. Eine Funkausleuchtung vor Ort zeigte, dass die nachfolgenden Stationen sowohl hinter "Föllschnitz" als auch hinter "Donnersreuth" nicht mehr direkt versorgbar waren.
Es musste also mit Repeatern gearbeitet werden. In der nachfolgenden Karte ist die geplante Erweiterung eingezeichnet. Die bereits zahlreich vorhandenen 2ASxE Stationen sind im Umkreis von bis zu 6 Km um die KA verteilt (nicht eingezeichnet).

Die Problematiken in diesem Projekt "Erweiterung 2ASxE Datenfunk-Netz" stellten sich wie folgt dar:
- Die Sender Ausgangsleistung beträgt max. 1 Watt:
--> Großer Aufwand war erforderlich für Antennen mit hohem Gewinn
--> Großer Aufwand für hohe Antennenmasten inkl. Blitzableiter war einzukalkulieren
--> Einsatz von Repeaterstationen war unabdingbar, um die entfernten Stationen erreichen zu können
- Der Zwischenspeicher (Repeater-Buffer) beträgt nur 135 Byte:
--> Längere Datenpakete (>135 Byte) werden unvollständig übertragen (insbes. die "GA Generalabfrage" bei SPS)
--> Das 2ASxE Repeater-Funknetz ist bei größeren Datenpaketen defacto nicht funktionsfähig
--> Abhilfe wurde hier mit einem zusätzlichen 2ASxE (Back-to-Back über Kreuz) als Repeatermodem versucht
- Transparente Funkdatenübertragung bei Verwendung von Repeatern:
--> Es mussten bei allen, auch bei den bereits vorhandenen Funkmodems, Adressen eingegeben werden (Duale Adressierung)
--> Es mussten bei allen vorhandenen Funkmodems Zeitverzögerungen eingegeben werden (Parameter TX-Delay)
--> Kollisionen auf dem Funkkanal mussten durch Entkopplung des Repeatermodems mittels einer 2. Frequenz verhindert werden
Aufgrund dieser Problematiken war die Verwendung des Nachfolgemodells Satelline 3AS zu prüfen:
- Das Nachfolgemodell Satelline 3AS verfügt zwar über 1 KByte Repeater-Buffer, jedoch:
--> 3AS ist NICHT kompatibel zu 2ASxE, d.h. eine direkte Erweiterung mit 3AS Repeater war nicht möglich
--> Aufwand für Antennen und Masten bleibt gleich, da die Sender Ausgangsleistung auch nur max. 1 W beträgt
--> Einsatz eines zusätzlichen "3AS Gateway" Modems über Nullmodemkabel bringt Funküberlagerungen
--> RSSI-Pegel nur vor Ort am Modem möglich, daher hohe Kosten bei Inbetriebnahme
--> Der Einsatz des Messagerouting scheiterte am Protokoll Sinaut ST7 (3AS bietet für Messagerouting nur 2 Standard-Protokolle)
- Fernzugriff per Funk auf die Unterstationen beim 3AS:
--> Die Funktion NMS Network Management System ist bei 3AS nicht nachrüstbar
--> Es muss eine neue Variante E2 (3AS-NMS) eingesetzt werden
--> Ein kompletter Austausch der existierenden 2ASxE wäre die Folge gewesen!
Resumée: Die Lösung mit den Back-to-Back Funkmodems 2ASxE unter Verwendung einer separaten Frequenz und eines speziellen Y-Nullmodemkabels wurde Ende 2005 installiert und in Betrieb genommen.

Es wurden erhebliche Kosten für den Aufbau der Antennen und Masten investiert.

Masten wurden verlängert, neue Masten mussten wegen der funktechnischen Entkopplung aufgestellt werden, längere Antennenkabel mussten neu eingezogen werden und auch der Blitzschutz musste erneuert werden.

Trotz dieses Aufwandes wurden im Verlauf des Jahres wurden immer wieder sporadische, manchmal länger dauernde Funkausfälle festgestellt.
Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Eine erneute, sehr kostenintensive Aufstockung von Antennen-Masten hätte den Rahmen gesprengt.
Als letzte Ausweichmöglichkeit wurde bei RACOM angefragt, ob es einen Ausweg mit den MR400 Funkroutern gibt. Speziell hierfür wurde von RACOM ein MRLight und ein MRGateway bereitgestellt.
Die Strecken Donnersreuth - Hutschdorf und Döllnitz wurden testweise mit 3 RACOM Funkroutern ausgerüstet.

Nach mehr als 6 störungsfreien Wochen wurde der Test als äußerst erfolgreich und zufriedenstellend beendet.
Die Funkmodems 2ASxE wurden endgültig ausgebaut und die RACOM Modems fest eingebaut.
- Der Funkrouter RACOM MRLight ist preisgleich mit Satelline 3AS und bot uns folgende Vorteile:
--> Sender Ausgangsleistung per Funk skalierbar, damit schnell und einfach und ohne Aufwand für Anfahrt der Unterstationen optimierbar
--> Die max. Sender Ausgangsleistung beträgt 5 W, so dass genügend Leistungsreserve für eventuelle Funkprobleme vorhanden ist
--> RSSI-Pegel per Funk ("ping") abrufbar, daher schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme ohne große Wegekosten
--> Durch das "non collision" MORSE Funksystem wurden alle funktechnischen Probleme sauber gelöst
--> Durch die eingebauten Diagnose- und Monitoringfunktionen konnte eine fachkompetente, schnelle und zielgerichtete Anpassung des Protokolls vor Ort erfolgen
--> Mittels der Routingfunktionen ist eine problemlose Erweiterung für die geplante Anbindung "Markt Thurnau" möglich
--> Durch die umfangreichen Fehler- und Eventlogging Funktionen können eventuelle Funktionsstörungen analysiert werden
--> Da RACOM bei der Produktentwicklung die Abwärtskompatibilität sicherstellt, ist auch der Investitionsschutz garantiert.
Der entscheidende Vorteil einer höheren Sender Ausgangsleistung besteht darin, daß die Antennen weniger Gewinn haben müssen.
Das wiederum bedeutet, daß sowohl die zu sendenden als auch die zu empfangenden Wellen wesentlich weniger gebündelt werden. Der sog. "Beam" oder Öffnungswinkel der Antenne wird also breiter.
Dadurch ist auch bei Verbindungen, die keine direkte Sichtverbindung haben (sog. NLOS - "Non-Line-Of-Sight"), eine signifikante Verbesserung der Funkverbindung über Reflexionen (z.B. Wände, Bäume, Gebäude) oder über Brechungen (z.B. hügelige Landschaft) möglich.
Man muss bedenken, dass Pumpstationen bei Kläranlagen grundsätzlich an der tiefsten Stelle des Geländes liegen und daß es zusätzlich eine hohe Baumbepflanzung, meist mit Laubbäumen von mehr als 10m Höhe, rund um solche Gewerke gibt.
Fazit:
Aufgrund dieser äußerst kostenintensiven Erfahrungen und weil auch noch andere ähnlich gelagerte Problemfälle in anderen Projekten auftraten, wurden neue Vereinbarungen mit Racom und CompleTech abgeschlossen.
Der aktive Vertrieb der Satel Produkte wurde zum 1.10.2006 eingestellt.
Mit dieser neuen Kombination, bestehend aus der Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Racom Funkrouter in Verbindung mit den bewährten CompleTech Antennen im hochflexiblen Baukastensystem sehen wir uns nun in der komfortablen Lage, dem Anwender entsprechend seiner Projektanforderungen eine
anspruchsvolle
skalierbare
sowohl kleine als auch große
professionelle
ISO9001 Qualitätsgefertigte
zukunftssichere
Datenfunklösung als dauerhafte Kommunikations-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Die Garantie für die Funknetzplanung und für die Komponenten konnte auf 40 Monate erweitert werden.
Zusätzlich wurde ein sog. Radio Change System entwickelt, daß dem Anwender eines "alten" Datennetzes eine weitgehend kostenneutrale Migrationslösung eröffnet.
Mit racom Funkroutern realisieren wir Ihre Datenfunk Projekte!
Überzeugen Sie sich selbst und vereinbaren Sie eine Teststellung!